Last Call

An dieser Stelle findet ihr noch mal alle wichtigen Infos zum 28. März:

Unsere Demonstration gegen rechte Gewalt beginnt ab 14:00 Uhr am S-Bahnhof Dortmund-Dorstfeld und wird dann durch Dorstfeld in Richtung Innenstadt laufen. Dabei werden wir auch in unmittelbarer Nähe an Wohnungen von Neonazis vorbeikommen. Schützt euch also angemessen vor eventuellen Nazifotografen.

Die Aktionen von BlockaDO beginnen bereits um 10:30 Uhr an der U-Bahnstation „Kampstraße“.

Einen guten Überblick zur gemeinsamen Anreise findet ihr hier. Nutzt am Besten die ausgegebenen Treffpunkte, um nicht alleine nach Dortmund zu fahren.

Die Neonazis mobilisieren bisher für 13:00 Uhr nach Dortmund-Huckarde und haben einen Anreise-Treffpunkt um 12:30 Uhr am Hauptbahnhof ausgegeben. Das bedeutet, dass zu der Zeit Neonazis rund um den Hauptbahnhof unterwegs sind. Bewegt euch deshalb am besten in größeren Gruppen.

Die Dortmunder Polizei hat indes bei einer Pressekonferenz mitgeteilt, sämtliche Blockadeaktionen unterbinden zu wollen und keinen Protest in Hör- und Sichtweite zuzulassen. Auch über den Ort des Naziaufmarsches hält sich die Polizei bedeckt. Bekannt gegeben hat sie nur, dass die Demonstration der Partei „Die Rechte“ nicht durch Dorstfeld laufen wird. Zudem kündigte die Polizei an, in der ganzen Innenstadt verdachtsunabhängige Kontrollen durchzuführen.

Zusammen mit BlockaDO werden wir einen Ermittlungsausschuss (EA) betreiben. Der EA richtet sich an Menschen, die von der Polizei in Gewahrsam genommen werden oder die eine Festnahme durch die Polizei beobachtet haben. Der EA dokumentiert Festnahmen und Gewahrsamnahmen, ermittelt den Verbleib der Betroffenen und stellt gegebenenfalls einen Kontakt zu Anwält_innen her. Ihr solltet uns möglichst genau Namen und Alter von festgenommenen Menschen, den Ort des Geschehens und, wenn möglich, die von der Polizei erhobenen Vorwürfe mitteilen (nicht das, was ihr oder Andere eventuell tatsächlich gemacht habt!). Meldet euch auf jeden Fall nach der Entlassung wieder telefonisch beim EA ab.

Die EA-Nummer lautet: 02318404684

Um auf dem Laufenden zu bleiben, empfehlen wir die Twitter-Accounts @antifaunion, @amzdo und @blockado_info. Bewährt hat sich zudem der Hashtag #nonazisdo.

Wenn ihr kein Twitter nutzt, gibt es für WAP-fähige Handys einen Infoticker, auf dem alle wichtigen Infos gespiegelt werden. Der Ticker lässt sich unter http://ticker.nadir.org aufrufen.

Denkt bitte bei der Nutzung von Twitter etc. daran, keine unverpixelten Fotos von Personen oder Aktionen zu verbreiten!

Zur besseren Übersicht haben wir eine Karte erstellt auf der alle wichtigen Punkte markiert sind:

Vollbildanzeige


Alle auf nach Dortmund!
Den Nazis keine Ruhe!
In Gedenken an alle Opfer rechter Gewalt!

Zusammen nach Dortmund fahren!

(Dieser Artikel wird bei weiteren Zugtreffpunkten aktualisiert, wenn ihr aus eurer Stadt auch eine Anreise organisiert, schreibt uns!)

Unsere Demonstration startet um 14:00 Uhr am S-Bahnhof Dortmund-Dorstfeld. Dieser ist vom Dortmunder Hauptbahnhof mit den S-Bahn Linien S1 und S2 zu erreichen. Bitte beachtet, dass sich um 12:30 die Neonazis im Hauptbahnhof sammeln, um von dort aus zusammen nach Huckarde zu fahren. Wir raten zur Vorsicht bei der Anreise nach Dortmund mit öffentlichen Verkehrsmitteln, die dort zwischen 11:30 und 12:45 ankommen! Wichtig: Es ist auch schon vor 12:30 Uhr mit Nazis am Dortmunder Hauptbahnhof zu rechnen.

Damit niemand alleine nach Dortmund fahren muss, haben mehrere Städte gemeinsame Anreisen mit der Bahn nach Dortmund organisiert. Wir empfehlen euch, sich diesen anzuschließen!

Treffpunkte für eine Anreise zu den Blockado-Aktionen:
(Diese Treffpunkte können auch genutzt werden, wenn ihr nur zu Demonstration möchtet, aber nicht alleine anreisen wollt)

Aachen: 07:30 Uhr (Hauptbahnhof) Facebook-Event

Bonn: 07:45 Uhr (Hauptbahnhof) Facebook-Event

Köln: 08:30 Uhr (Domtreppe) Facebook-Event

Düsseldorf: 9:15 Uhr (Ufa-Kino) Facebook-Event

Bochum: 10:10 Uhr (Hinterausgang Hauptbahnhof)

Diese Treffpunkte nutzen für die Anreise den RE1.

Wuppertal: 8:40 Uhr (City Arkaden)

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Treffpunkte für eine Anreise zur antifaschistischen Demonstration „Ten Years Later“:

Duisburg:
12:15 Uhr (Vorhalle Hauptbahnhof)

Essen: 12:56 Uhr (Hauptbahnhof, Gleis 11)

Bochum:
13:14 Uhr (Hauptbahnhof, Gleis 8 )

Diese Treffpunkte nutzen für die Anreise die S1 direkt bis Dortmund-Dorstfeld,

Münster:
12:17 (Hauptbahnhof, Gleis 17)

Allen ankommenden AntifaschistInnen empfehlen wir, sich um 13:30 Uhr im Hauptbahnhof Dortmund zu treffen und von da aus gemeinsam um 13:47 die S2 ab Gleis 6 nach Dortmund-Dorstfeld zu nutzen.

Gemeinsam gegen Neonazis am 28. März!

Im Folgenden dokumentieren wir eine gemeinsame Erklärung von der Autonomen Antifa 170, dem Antifa Medienzusammenhang Dortmund und uns:

Am 28. März findet in Dortmund zum 10. Todestag von Thomas Schulz eine antifaschistische Demonstration gegen rechte Gewalt statt. Parallel hierzu haben die Neonazis der Partei „Die Rechte“ einen Aufmarsch mit anschließendem RechtsRock-Konzert angekündigt. Offensichtlich handelt es sich hierbei um eine Provokation. Neonazis wollen an dem Jahrestag eines Nazimordes ihre rassistische und antisemitische Ideologie auf die Straße tragen.

Dennoch hat sich die „Antifaschistische Union Dortmund“, die die Demonstration am 28. März organisiert, dazu entschlossen, nicht direkt darauf zu reagieren. Da die Demonstration zum letzten Mal stattfinden wird, soll sie nicht als explizite Gegenaktion zum Naziaufmarsch verstanden werden, sondern als eigenständige Antifa-Demo in Erinnerung an alle Opfer rechter Gewalt.

Das Bündnis „BlockaDO“ hat entschieden, sich am 28. März den Neonazis aktiv in den Weg zu stellen. Dabei soll versucht werden, den Naziaufmarsch zu blockieren. Auch diese Aktionsform ist wichtig, um den
Neonazis nicht das Gefühl zu geben, dass sie störungsfrei ihre Propaganda verbreiten können.

Wir sind davon überzeugt, dass beide Aktionen an diesem Tag solidarisch zusammen funktionieren können: Eine Teilnahme an den Blockaden und ein späteres gemeinsames Demonstrieren am Nachmittag sind möglich. Uns ist daran gelegen, dass die Blockaden und die antifaschistische Demonstration nicht als Konkurrenzveranstaltungen aufgefasst werden, sondern vielmehr als praktische Interventionen gegen
die Dortmunder Neonazis.

Wir werden daher für beide Aktionsformen eine gemeinsame Infrastruktur betreiben, die einen Infoticker und einen EA umfasst. Nähere Informationen dazu werden bald veröffentlicht.

Ob Demonstration oder Blockade: Kommt am 28. März nach Dortmund und werdet mit uns aktiv gegen Neonazis!

Antifaschistische Union Dortmund
Autonome Antifa 170
Antifa Medienzusammenhang Dortmund

Hintergrund: Der Naziaufmarsch am 28. März

Am 28. März demonstrieren wir anlässlich des 10. Todestags von Thomas „Schmuddel“ Schulz gegen Rassismus, Antisemitismus und rechte Gewalt. Wie auch schon oft in den Jahren zuvor, haben Dortmunder Neonazis parallel einen Aufmarsch angekündigt. Wir wollen an dieser Stelle einige Hintergrundinformationen zu diesem veröffentlichen.

Der Aufmarsch

Die Partei „Die Rechte“ hat für den 28. März einen Aufmarsch vom Stadtteil Huckarde nach Dorstfeld angemeldet. Beginnen soll dieser um 13 Uhr an der Geschäftsstelle der Partei in der Huckarder Straße 336. Viel mehr als ein symbolischer Ort ist diese derzeit aber nicht: Bei Renovierungsarbeiten wurde dort von den Neonazis eine tragende Wand heraus gerissen, so dass die Räumlichkeiten momentan nicht nutzbar sind. Von da aus soll die Demonstration bis nach Dorstfeld führen und am Wilhelmplatz enden. Als Redner sind unter anderem Dennis Giemsch, Sven Skoda und Alexander Kurth angekündigt. Dennis Giemsch gilt als Führungsfigur der Dortmunder Neonaziszene. Der Informatikstudent sitzt derzeit als Vertreter für die Partei „Die Rechte“ im Dortmunder Stadtrat. Der aus Düsseldorf stammende Neonazi Sven Skoda profiliert sich häufig als Redner auf Naziaufmärschen und verfügt bundesweit über gute Kontakte in der Neonaziszene. Im Rahmen des Prozesses gegen die Kameradschaft „Aktionsbüro Mittelrhein“ musste sich auch er als eine der führenden Funktionäre vor Gericht verantworten. Der dritte Redner ist Alexander Kurth, der lange Jahre Mitglied in der NPD in Leipzig gewesen ist. Nach seinem Austritt im Jahr 2014 baute er den sächsischen Landesverband der Partei „Die Rechte“ mit auf. Dieser machte zuletzt Schlagzeilen, weil er One-Way-Flugtickets nach Israel an jüdische Verbände mit der Aufforderung, Deutschland zu verlassen, gesendet hatte. Nachdem die Polizei Dortmund den Aufmarsch zunächst verboten hatte, klagten die Neonazis dagegen und das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hob das Verbot wieder auf. Hiergegen hat die Polizei allerding Beschwerde eingelegt, so dass das juristische Tauziehen um die Neonazi-Demonstration noch nicht abgeschlossen ist.

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Antifa-Demo darf durch Dorstfeld laufen

Nachdem uns die Polizei zunächst nicht eine Route durch den Ortskern von Dorstfeld genehmigen wollte, scheint sie nun doch einzulenken. Wir hatten das Verbot bereits heute in einer ersten Pressemitteilung kritisiert. Wir dokumentieren an dieser Stelle nun unsere zweite Pressemitteilung:

Polizei erlaubt Demonstration in Dorstfeld doch

Eine von der „Antifaschistischen Union Dortmund“ (AUDO) für den 28. März angemeldete Demonstration zum Gedenken an Thomas „Schmuddel“ Schulz darf nun doch die ursprünglich angemeldete Route zum größten Teil laufen. Dies bestätigte uns heute Nachmittag überraschend die zuständige Abteilung der Polizei Dortmund. „Es wäre auch ein fatales Zeichen in Richtung der Neonazis gewesen, wenn antifaschistischer Protest in Dorstfeld unsichtbar geblieben wäre. Es ist zudem schade, dass die Polizei diesen erst dann möglich macht, nachdem öffentlicher Druck aufgebaut wurde“, kritisiert Michael Laskowiak, Pressesprecher der AUDO.

Die Polizei hatte zunächst in Kooperationsgesprächen deutlich gemacht, dass diese Strecke so nicht möglich sei und die Demonstration nicht den
Wilhelmplatz passieren dürfe. Als Grund gab sie an, dass der Schutz der Versammlung, auch wegen eines parallel stattfindenden Naziaufmarsches
der Partei „Die Rechte“, nicht ausreichend gewährleistet werden könne und zudem die Gefahr einer Eskalation drohe.

Michael Laskowiak erklärt hierzu: „Nachdem uns vonseiten der Polizei eine Demonstration durch den Ortskern von Dorstfeld nicht zugesprochen
wurde, scheint sie nun einzulenken. Das Argument, dass unsere Demonstration zur Eskalation beitragen würde, konnte von der Polizei offenbar nicht mit tatsachengestützten Anhaltspunkten untermauert werden und basierte auf reinen Mutmaßungen.“

Möglicherweise hängt die Wendung bei der Polizei Dortmund auch damit zusammen, dass die AUDO eine Klage angekündigt hatte, sofern die Route nicht wie angemeldet gelaufen werden darf. Die Demonstrationsroute verläuft nun von der S-Bahn-Haltestelle Dortmund-Dorstfeld durch den Ortskern von Dorstfeld, vorbei am Wilhelmplatz, und führt dann in die Innenstadt zur Haltestelle Kampstraße – dem früheren Tatort.

Pressereaktionen:

Rechtsextreme und Nazi-Gegner demonstrieren in Dorstfeld (Ruhr Nachrichten)

Geht doch: Polizei erlaubt Demonstration in Dorstfeld (Ruhrbarone)

Pressemitteilung

Die Polizei Dortmund ist derzeit nicht bereit, unsere Demonstration wie angemeldet durch Dorstfeld laufen zu lassen. Wir haben daher folgende Pressemitteilung veröffentlicht:

10 Jahre nach rechtsmotiviertem Totschlag: Polizei untersagt Gedenken an Opfer rechter Gewalt in Dortmund-Dorstfeld

Die „Antifaschistische Union Dortmund“ hat für den 28. März eine Demonstration zum Gedenken an Thomas „Schmuddel“ Schulz angemeldetet. Der Punk wurde am 28.03.2005 von dem Neonazi Sven Kahlin in der U-Bahn Haltestelle Kampstraße erstochen. Seitdem findet jährlich eine Demonstration gegen rechte Gewalt statt. Die Demonstration wird dieses Jahr, am 10. Todestag des Punks zum letzten Mal stattfinden.

Die Route sollte durch den Ortskern von Dorstfeld, vorbei am Wilhelmplatz führen. Diese Strecke wurde durch die Polizei Dortmund allerdings nicht gestattet, stattdessen soll die Demonstration über die L663 (Rheinische Straße) aus Dorstfeld hinaus führen.

Grund dafür ist die Einschätzung der Polizei, dass wegen eines parallel stattfindenden Naziaufmarsches mit anschließendem RechtsRock Konzert, mit einer Eskalation zu rechnen sei. Die Polizei Dortmund sieht sich selbst nicht in der Lage, die Demonstration und ihre Beamten an dem Tag schützen zu können.

Michael Laskowiak, Pressesprecher der Antifaschistischen Union Dortmund, meint hierzu: „Die von der Polizei angebotene Route ist nicht akzeptabel. Wir wollen durch Dorstfeld demonstrieren, um auf das Naziproblem in Dortmund aufmerksam zu machen! Es kann nicht sein, dass die Polizei Dortmund aus Angst vor Neonaziprovokationen einknickt und antifaschistischen Protest aus Dorstfeld raushalten will.“

Die Demonstration zum Gedenken an „Schmuddel“ hatte immer einen friedlichen Charakter, bei der das Erinnern an die Opfer rechter Gewalt im Vordergrund stand. Ebenso führte die Demonstration auch oft durch Dorstfeld.

„Als Gruppe haben wir kein Interesse an einer Eskalation unserer Demonstration. Wir finden es aber wichtig, auch dieses Mal dorthin zu gehen, wo die Täter rechter Gewalt wohnen!“ erklärt Laskowiak.

Aufgrund des Verhaltens der Polizei wird die „Antifaschistische Union Dortmund“ die Situation juristisch prüfen und gegebenenfalls alle rechtlichen Mittel ausschöpfen, um sicherzustellen dass die angemeldete Route der Demonstration auch gelaufen werden kann.

Pressereaktionen:

Dortmund: Polizei untersagt Gedenken an Opfer rechter Gewalt in Dorstfeld (Ruhrbarone)

Naziaufmarsch wieder erlaubt

Wie gestern (17.03) bekannt wurde, hat das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen das Verbot des Naziaufmarsches als auch des RechtsRock-Konzerts am 28. März aufgehoben. Beide Anmeldungen dürfen daher nach dem aktuellen Stand wie geplant stattfinden. Der Naziaufmarsch soll von der momentan nicht nutzbaren Geschäftsstelle der Partei „Die Rechte“ in Dortmund-Huckarde nach Dortmund-Dorstfeld führen. Dort soll dann ein Konzert veranstaltet werden.

Die Polizei Dortmund erklärte indes, dass sie gegen die Entscheidung Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht einlegen wird. Der juristische Streit um den Naziaufmarsch kann daher als noch nicht abgeschlossen angesehen werden, sodass sich hier auch noch Wendungen ergeben können.

Wir werden weiterhin zu unserer Demonstration gegen rechte Gewalt mobilisieren, die nach derzeitigem Stand um 14 Uhr am S-Bahnhof Dortmund-Dorstfeld beginnen wird. Alle wichtigen Informationen hierzu sowie eventuelle Änderungen werden wir zeitnah auf diesem Blog bekannt geben.

Anarchistischer Aufruf zur „Schmuddel“ – Demo

Die Anarchistische Föderation Rhein/Ruhr hat unter dem Titel „Erinnern, Angreifen, Verändern – Für einen sozial-revolutionären Antifaschismus!“ einen eigenen Aufruf zur Demonstration am 28. März veröffentlicht:

Am 28.03.15 findet in Dortmund eine Demonstration, zum Gedenken, an den vor zehn Jahren von dem Dortmunder Neonazi Sven Kahlin ermordeten Thomas Schulz („Schmuddel“) statt. “Der Punk wurde am Ostersonntag 2005 durch den Neonazi Sven Kahlin in der U-Bahn-Haltestelle Kampstraße erstochen, nachdem Thomas ihn aufgrund seiner rechten Bekleidung zur Rede gestellt hatte.” Ein Szenario welches heute so aktuell wie vor 10 Jahren ist und theoretisch jede*n treffen kann der sich gegen Faschist*innen engagiert. Die diesjährige “Schmuddel” Demo soll deswegen auf die bestehende Problematik rechter Gewalt, sowie auf die bis tief in die Gesellschaft reichende Verbreitung rechter Ideologien, aufmerksam machen. Unter dem Motto „Erinnern, Angreifen, Verändern- Für einen sozial-revolutionären Antifaschismus“ unterstützen wir dieses Jahr die Demonstration und möchten einen starken eigenen Akzent setzen.

Weiterlesen bei der AFRR

Interview mit der Jungle World

Die linke Wochenzeitung Jungle World hat mit uns zur antifaschistischen Demonstration am 28. März und der Dortmunder Neonaziszene ein Interview geführt, welches wir an dieser Stelle dokumentieren.

Ihr feiert dieses Jahr euren zehnten Geburtstag. Warum habt ihr euch damals gegründet?

Der Anlass war damals der Mord an Thomas Schulz. Mit der Organisierung als Gruppe wollten wir der starken Neonaziszene in Dortmund etwas entgegensetzen. Zu diesem Zeitpunkt gab es in Dortmund keine klassische Antifa-Gruppe, und der Mord hat auf traurige Weise deutlich gemacht, dass hier ein Bedarf besteht. Die Antifaschistische Union hat sich dann aus Mitgliedern ehemaliger Antifa-Gruppen und Einzelpersonen zusammengefunden. Daher kommt auch unser Name.

Der Mord an Thomas Schulz war ein einschneidendes Ereignis. Zum zehnten Mal wird mittlerweile die Demonstration gegen rechte Gewalt veranstaltet. Warum soll danach Schluss sein?

Wir glauben, dass eine letzte große und entschlossene Demonstration zum zehnten Todestag ein guter Abschluss ist, bevor die Gefahr besteht, dass die »Schmuddel-Demo« irgendwann zum reinen Selbstzweck verkommt und ihren Zenit überschreitet. Die Demonstration ist wie gesagt eng mit unserer eigenen Geschichte als Gruppe verknüpft, und wir möchten daher zehn Jahren Demonstrationshistorie ein würdiges Ende setzen. Dazu kommt, dass wir einige Ziele, die mit der »Schmuddel-Demo« verknüpft waren, auch erreichen konnten. Dies war beispielsweise die Stärkung antifaschistischer und linksradikaler Strukturen in Dortmund, um die Neonaziszene offensiv anzugehen.

Ebenso war es immer unser Anliegen, mit der Demonstration rechte Gewalt und das Naziproblem zu thematisieren. Das ist uns ganz gut gelungen, die Neonazis gibt es zwar immer noch, aber der öffentliche Umgang mit ihnen hat sich schon geändert. Allerdings heißt ein Ende der Demons­tration nicht, dass »Schmuddel« in Vergessenheit geraten wird. Der Mord ist natürlich trotzdem noch ein wichtiger Referenzpunkt für die Dortmunder Antifa, und das Gedenken an »Schmuddel« wird sicherlich immer wieder Thema sein. (mehr…)

Naziaufmarsch am 28. März verboten!

Die Polizei Dortmund hat heute laut einer Pressemitteilung sowohl den Naziaufmarsch als auch ein anschließendes RechtsRock-Konzert am 28. März in Dortmund verboten. Die Neonazis der Partei „Die Rechte“ hatten vor, parallel zur antifaschistischen Demonstration gegen rechte Gewalt einen Aufmarsch von ihrer Geschäftsstelle in Huckarde nach Dorstfeld zu veranstalten. Dort sollte dann auf dem zentral gelegenen Wilhelmsplatz ein Konzert stattfinden, unter anderem mit einem Auftritt der „Landser“-Nachfolgeband „Die Lunikoff-Verschwörung“. Die Anmeldungen waren als Provokation geplant, bereits in der Vergangenheit haben Neonazis am Tag der „Schmuddel“-Demonstration Aufmärsche organisiert.

Allerdings bleibt abzuwarten, ob das Verbot auch vor Gericht Bestand haben wird. Bei ähnlichen Verboten haben die Neonazis bisher immer dagegen geklagt – oft auch erfolgreich. Daher kann sich die Situation in den nächsten Tagen und Wochen noch ändern, wir werden aber auf dieser Website über den weiteren Verlauf infomieren.