Archiv der Kategorie '1. Mai: Gegen Nazis, gegen Lohnarbeit'

Offener Brief autonomer Antifaschist_innen an das Bündnis “Dortmund Nazifrei”

Als Reaktion auf die Stellungnahme von “Dortmund Nazifrei” zum ersten Mai 2013 möchten wir uns mit diesem offenen Brief an “Dortmund Nazifrei” wenden und unsere Kritik formulieren.

Wir erwarten von einem Bündnis, welches sich “Nazifrei” nennt, einen ernst gemeinten Anspruch, Naziaufmärsche verhindern zu wollen. Diesem Anspruch ist das Bündnis am 1. Mai nicht gerecht geworden.

Wir sehen es als Fehler von “Dortmund Nazifrei” an, ermöglicht zu haben, dass die Neonazis marschieren konnten. Während das Spektrum, das sich heute maßgeblich im Bündnis “Nazifrei” organisiert, am 1. Mai 2007 immerhin noch Shuttlebusse von der DGB-Demo im Westfalenpark zu den Antifa-Aktionen bereitgestellt hatte, reicht es heute – trotz Gründung eines Bündnisses, das sich die Blockade von Naziaufmärschen auf die Fahne schreibt – nicht einmal mehr dazu. Diese Entwicklung sehen wir als Rückschritt in den Bemühungen, in Dortmund einen breiten Protest gegen die Neonazis auf die Beine zu stellen. Die nachgeschobene Erklärung, “Dortmund Nazifrei” stehe am 1. Mai an der Seite der Gewerkschaften, kann das kaum kaschieren. Es wäre mehr möglich gewesen, auch ohne das Anliegen der Gewerkschaften zu beschädigen.

Gerade vor dem Hintergrund, dass am 1. Mai 2009 die DGB-Demonstration von Neonazis überfallen wurde, finden wir es extrem dürftig und beschämend, lediglich ein Plakat mit der Aufschrift: “Ene, mene Nazifrei – Nazispuk ist jetzt vorbei!” entlang der Naziroute zu plakatieren. Wir fragen uns auch, was die politische Aussage dieses Plakats sein soll. An sich ist eine solche Aktion durchaus in Ordnung und auch wir sind der Auffassung, dass es nicht nur die eine richtige Handlungsoption gibt.

Enttäuscht sind wir jedoch darüber, dass es keinen Austausch bezüglich der Route des Naziaufmarsches gab. Selbst am Montagabend, als euch die Route des Aufmarsches längst bekannt gewesen ist, haben eure Leute auf der Filmveranstaltung im Fritz-Henßler-Haus behauptet, nicht zu wissen, wo die Neonazis marschieren werden. Damit untergrabt ihr die Bemühungen anderer Antifaschist_innen, die auf ihre Weise die Neonazis stoppen wollen und denen diese Information am Montag sicher weitergeholfen hätte.

In diesem Vorgehen offenbart sich nicht nur ein exklusiver Umgang mit wichtigen Informationen, sondern auch eine problematische Nähe zur Polizei. Ihr habt an dieser Stelle eure priviligierte Stellung gegenüber der Polizei über eine Kooperation mit anderen Antifaschist_innen gestellt. Mit der Akzeptanz der unterschiedlichen Mittel und der Einigkeit im Kampf gegen Neonazis ist es offenbar nicht so weit her.

“Blockaden stärken die Falschen?”

Wir fragen uns, was aus eurem Vorsatz, Naziaufmärsche verhindern zu wollen, geworden ist. Sind Blockaden als der massenhafte Zivile Ungehorsam, der natürlich in Gegensatz zu den Plänen der Polizei steht, tatsächlich euer Mittel?

Wir möchten gerne mit blockadewilligen Antifaschist_innen in den Dialog treten und auch mit all denen, die vielleicht vor dem Schritt des unmittelbaren Widerstands zurückschrecken, an anderer Stelle jedoch ihren Teil zum Kampf gegen die Neonazis beitragen wollen.

Wir sind allerdings nicht bereit zum Dialog mit Leuten, denen ihre Nähe zur Polizei wichtiger ist als das solidarische Miteinander der antifaschistischen Akteurinnen und Akteure. Wenn Neonazis auf die Straße gehen, ist Widerstand Pflicht. Das gilt im gerade von euch viel zitierten Dresden genau so wie in Dortmund.

Den latenten Vorwurf, wir als autonome Antifaschist_innen würden eindimensional auf ein “Katz- und Mausspiel” setzen, weisen wir zurück. Ja, wir organisieren direkte Aktionen gegen Naziaufmärsche. In den Raum zu stellen, wir würden uns darauf beschränken, ist angesichts der Infoveranstaltungen, Publikationen, Konzerte und zahlreichen weiteren Aktionen, die autonome Antifaschist_innen Jahr für Jahr in Dortmund organisieren, lächerlich. Anders als ihr sind wir dabei basisdemokratisch organisiert, wir entscheiden selbst, was wir für richtig halten. Einen Oberantifaschisten und gelenkte Parteiendemokratie brauchen wir nicht.

So ist es verwunderlich, dass bestimmte Leute in der Vergangenheit immer wieder von einer “Hochburg des Widerstands” gesprochen haben. Wenngleich es in Dortmund auch erfreuliche Schritte in den letzten Jahren gab: Durch Repression und Plakate allein lassen sich Neonazis nicht bekämpfen. Deshalb fragen wir:

Wo war diese “Hochburg des Widerstands”, als es darauf ankam?

Antifaschistische Aktivitäten in der ganzen Stadt gegen Naziaufmarsch

Am 1. Mai demonstrierten insgesamt 4.000 Menschen gegen einen Aufmarsch der Nazipartei “Die Rechte”. Kern der Aktivitäten war eine antifaschistische Demonstration mit 800 Menschen, die am Nordausgang des Dortmunder Hauptbahnhofs unter dem Motto “Gegen Nazis – Gegen Lohnarbeit!” begann. Am Bahnhof wurde die Demonstration zunächst unter fadenscheinigen Vorwänden (angebliche Vermummung, angeblicher Alkoholkonsum) längere Zeit aufgehalten und schikaniert. Ziel der Repressionen war offensichtlich ein verzögerter Demobeginn, um Zeit für die Nazis zu gewinnen. Eine größere Gruppe von Teilnehmer_innen wollte dies nicht hinnehmen und startete mehrere Versuche, eigenständig und selbstbestimmt loszugehen. Die Polizei antwortete darauf mit Gewalt, dem Einsatz von Pfefferspray und einem Angriff auf den Lautsprecherwagen.

Als die Demo schließlich doch losgehen konnte, zog sie lautstark über die Grüne Straße und die Schützenstraße bis zum U. Hier wurde die Demo – unter anderem wegen eines technischen Defekts – für beendet erklärt. Die Menschen auf der Demo waren inzwischen so genervt von den Schikanen der Polizei, dass sie nun begannen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und sich in Richtung der Naziroute zu bewegen. Mehr als 600 Antifaschist_innen gelang ein Durchbruchversuch durch die Reihen der Polizei Richtung Hauptbahnhof und Innenstadt. Die Polizei war durch das plötzliche Ende der Demo offenbar verwirrt und agierte im Folgenden planlos. Die Antifaschist_innen konnten sich so Raum für Bewegungsfreiheit in der Innenstadt nehmen und es kam zu verschiedenen kleineren Aktionen.

Über weite Teile des Tages entstanden dynamische Situationen, in der Antifaschist_innen immer wieder versuchten, auf oder an die Naziroute zu kommen. An vielen Sperrstellen war Protest in Sicht- und Hörweite möglich, sodass die Nazidemo fast nirgendwo unkommentiert blieb. Positiv ist dabei zu erwähnen, dass sich nicht nur klassische autonome Antifaschist_innen an den Protesten beteiligten, sondern auch Anwohner_innen und andere, denen es wichtig war, direkt an der Route zu protestieren anstatt weit entfernt auf der DGB-Demo Bratwurst zu essen.

Wir finden es schade, dass der DGB und große Teile der Dortmunder Zivilgesellschaft ihre eigenen Aufrufe zum Widerstand gegen Nazis offenbar nicht ernst meinten. So wurde die reguläre 1.-Mai-Demo des DGB beispielsweise nur verbal zur Anti-Nazi-Demo umgewidmet, ohne organisatorische Konsequenzen zu ziehen, die effektiven Widerstand gegen den Naziaufmarsch ermöglicht hätte. Während sich in Frankfurt oder Berlin auch die eher bürgerlich orientierte Zivilgesellschaft an Blockaden beteiligt, scheinen die Verantwortlichen bei DGB und verschiedenen anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen in Dortmund keine Notwendigkeit dazu zu sehen. Der Naziangriff auf die 1.-Mai-Demo des DGB im jahr 2009 scheint in Vergessenheit geraten.

Die Lethargie der Zivilgesellschaft geht Hand in Hand mit der Strategie von Polizei und Innenministerium, allein auf Verbote von Naziorganisationen zu setzen. Die Zivilgesellschaft, die sich eigentlich aktiv gegen Nazis einsetzen müsste, lässt sich von der staatlichen Verbotspolitik einlullen und verlässt sich gänzlich darauf, dass der Staat alleine mit Dortmunds Naziproblem fertig wird. Auch Polizeipräsident Wesseler macht sich unglaubwürdig, wenn er ankündigt, den Nazis “auf die Füße treten” zu wollen, aber Nazis den roten Teppich für ihre Demo ausrollt und zulässt, dass seine Polizeibeamten Antifaschist_innen schikanieren. Auch der Verbotsantrag gegen die Nazidemo war derart nachlässig und halbherzig formuliert, dass den Gerichten kaum etwas anderes übrig blieb, als die Demo zu erlauben.

Fakt ist, dass die Nazis sich nach den Verboten sehr schnell reorganisiert haben und dieselben Aktivitäten unter einem neuen Namen fortsetzen. Die Nazis konnten am 1. Mai 2013 mit 450 Leuten durch Dortmund laufen und ihre krude und antisemitische Ideologie auf die Straße tragen. Dies zeigt, dass es allein mit Verboten nicht getan ist. Vielmehr muss eine breite gesellschaftliche Auseinandersetzung mit den Nazis und ihrer Ideologie stattfinden und Antifaschist_innen sollten ihnen auch auf der Straße deutlich entgegentreten.

Unser Fazit des 1. Mai ist dennoch eher positiv, da es gelungen ist, eine dynamische Situation zu schaffen, in der Antifaschist_innen sich zumindest teilweise selbstbestimmt in der Stadt bewegen konnten und die Propaganda der Nazis fast nirgends unkommentiert stehen blieb.

Letzte Infos

Dieser Artikel wird bei Neuigkeiten aktualisiert!

Heute und Morgen finden in Dortmund Naziaufmärsche statt. Wir veröffentlichen dazu an dieser Stelle noch einmal die wichtigsten Infos:

Am 30.04 treffen sich die Nazis um 18.30 am Sonnenplatz im Dortmunder Kreuzviertel und laufen von da aus vorraussichtlich Richtung Dortmund-Dorstfeld. Sie werden mit der S-Bahn Linie S4 über die Haltestelle “Dortmund-Möllerbrücke” anreisen. Seid am Besten schon vorher im Kreuzviertel unterwegs, mehr Infos dazu hier . Am Abend findet zudem noch ein Antifa-Konzert mit Hardcore- und Punkbands im Dietrich-Keuning-Haus (U-Bahn Haltestelle Leopoldstraße) statt. Hier könnt ihr auch noch einmal die letzten Infos für den nächsten Tag erhalten.

Für den 01.05 mobilisieren die Nazis für 12.00 Uhr zum Dortmunder Hauptbahnhof, von wo aus anreisende Nazis weitergeleitet werden sollen. Ab 11.00 Uhr ist also von erhöhter Präsenz von Polizei und Nazis im Hauptbahnhof auszugehen. Wir rechnen mit einer hohen TeilnehmerInnenzahl. Der Aufmarschort wir vermutlich die süd-östliche Innenstadt sein (siehe Karte). Die genaue Route wird aber erst morgen früh bekannt werden. Checkt daher regelmäßig diesen Blog oder unseren Ticker, um auf dem neusten Stand zu sein. Antifaschistische Gruppen organisieren eine Gegendemonstration, die um 10.00 Uhr am Nordausgang des Dortmunder Hauptbahnhof startet. Den Aufruf dazu der Antifaschistischen Union Dortmund könnt ihr hier lesen. Anreiseempfehlungen zur Demo finden sich hier . Passt bei der Anreise auf euch auf und bleibt in Gruppen. Zudem findet am 1. Mai eine größere Demo des DGB statt, welche um 10.30 Uhr in der Dortmunder Innenstadt (Kampstraße) beginnen wird.

Für den 30.04 und den 01.05 stellen wir einen Ticker zur Verfügung den ihr mit euren Handys über folgende Adressen abrufen könnt:

twitter.com/alerta_do und
ticker.nadir.org (Für wap-fähige Handys)

Wenn ihr selber über Twitter Infos posten wollt, benutzt den Hashtag: #1maido

Der Ermittlungsausschuss (EA) ist an beiden Tagen unter der Nummer 0176-98124391 erreichbar. Der EA nimmt die Namen von festgesetzten DemonstrantInnen auf, kümmert sich um sie und vermittelt gegebenfalls RechtsanwältInnen. Bitte bedenkt, dass es sich um eine öffentliche Nummer handelt, die abgehört werden könnte!

Zur Orientierung haben wir außerdem noch Karten zum Ausdrucken erstellt, in denen die wichtigsten Punkte markiert sind. Beachtet dass sich die Informationen zu dem Aufmarschgebiet der Nazis noch kurzfristig ändern können! Wir werden auf der Antifa-Demo jedoch auch noch aktuelle Karten verteilen.

Karte 30.04
Karte 01.05

Bleibt in Bewegung und informiert euch regelmäßig über die genannten Kanäle.

30.04 und 01.05 Nazis stoppen!

30.04. – Nazis nur in „Volkstodstärke“

30.04.Nazis
U.a. Sven Kahlin lief bei dem Naziaufmarsch in der ersten Reihe

Am Vorabend des 1.Mai veranstaltete die Partei „Die Rechte“ eine Demonstration, die vom Dortmunder Kreuzviertel nach Dortmund-Dorstfeld führte. Der Naziaufmarsch wurde mehrfach durch lauten Protest von AntifaschistInnen und AnwohnerInnen gestört, dabei nahm die Polizei mindestens vier AntifaschistInnen in Gewahrsam. Die Dortmunder Polizei gab sich dabei stets Mühe, kleine Blockade- als auch größere Störversuche zu unterbinden.
(mehr…)

News #2

Der Störungsmelder von ZEIT-Online berichtet über die Naziaufmärsche am 1. Mai: klick+++Das NRW Blockupy Bündnis ruft dazu auf, sich dem Naziaufmarsch entgegen zu stellen: klick+++Nazihool Siegfried „SS-Siggi“ Borchardt ruft im Internet dazu auf, am Dienstag Abend im Kreuzviertel Fußball gucken zu gehen.+++Am 30.04 laufen die Nazis vermutlich vom Sonnenplatz aus über Dortmund-West Richtung Dortmund-Dorstfeld. Checkt unsere Aktionskarte!

Naziaufmarsch nun endgültig erlaubt!

Trotz der Bemühungen der Dortmunder Polizei, den Naziaufmarsch zu verbieten, hat das Oberverwaltungsgericht Münster hat in letzter Instanz entschieden, dass die Neonazis am 1. Mai aufmarschieren dürfen. Kommt daher am 1. Mai nach Dortmund und verhindert mit uns den Naziaufmarsch!
Die antifaschistische Demonstration startet um 10.00 Uhr am Nordausgang des Dortmunder Hauptbahnhof.

Für aktuelle Informationen checkt regelmäßig diesen Blog!

Pressemitteilung antifaschistischer Gruppen aus Dortmund:

Der für den 1. Mai angekündigte Aufmarsch von Neonazis in Dortmund ist am heutigen Nachmittag (29.04.2013) vom Oberverwaltungsgericht in Münster nicht verboten worden.
Schon das Verwaltungsgericht in Gelsenkirchen hatte die Verbotsverfügung von Polizeipräsident Norbert Wesseler zurückgewiesen. Dazu Hannah Piehl, Vertreterin der Dortmunder Antifa-Gruppen: „Wir haben uns nie darauf verlassen, dass ein Verbot des Aufmarsches wirksam sein könnte. Unsere langjährige Erfahrung lehrt uns, dass Verbote meist nicht bestehen.“ (mehr…)

Anreise-Empfehlungen 1. Mai

AFAktion_Graff Im Folgenden wollen wir Euch mögliche Zug-Fahrzeiten für den 1. Mai empfehlen. So habt ihr die Möglichkeit, pünktlich gemeinsam zur Antifa-Demo zu kommen. Reist in Gruppen und passt auf euch auf!

Nord-Ost

Münster

Münster(Westf)Hbf Mi, 01.05.13 ab 09:10 3 ERB90095
Hamm(Westf) Mi, 01.05.13 an 09:37 4A

von dort an mit Hamm

Rheine

Rheine Mi, 01.05.13 ab 08:29 5 RE 14105
Münster(Westf)Hbf Mi, 01.05.13 an 08:56 2 A-C

von dort an mit Münster

Emsdetten

Emsdetten Mi, 01.05.13 ab 08:37 1 RE 14105
Münster(Westf)Hbf Mi, 01.05.13 an 08:56 2 A-C

von dort an mit Münster

Bielefeld

Bielefeld Hbf Mi, 01.05.13 ab 08:59 4 RE 10612
Hamm(Westf) Mi, 01.05.13 an 09:42 10

von dort an mit Hamm

Hamm

Hamm(Westf) Mi, 01.05.13 ab 09:44 10 RE 10612
Dortmund Hbf Mi, 01.05.13 an 10:04 18
(mehr…)

News

Vasallen, Volksod, EZB: Die Jungle World über die Naziaufmärsche am 1. Mai: http://jungle-world.com/artikel/2013/17/47569.html+++Der DGB demonstriert am 1. Mai ab 10.30 Uhr von der Kampstraße zum Westfalenpark und veranstaltet dort ein „Bratwurstessen gegen Rechts“+++Auch das Bündnis „Dortmund stellt sich Quer“ veranstalten ab 11.00 an der Martha-Gillessen-Straße eine Demo+++Im Kreuzviertel haben offenbar engagierte AnwohnerInnen an viele Haushalte Flyer verteilt, die auf den Naziaufmarsch am 30.04 hinweisen. Auch mehrere Geschäfte, Kneipen und Cafés haben entsprechende Plakate aufgehangen

Infos zum Naziaufmarsch am 30.04

Die Nazis

Bereits am Vorabend zum 1. Mai wollen Nazis in Dortmund demonstrieren. Angemeldet wurde die Demonstration durch die Partei „Die Rechte“. Der Aufmarsch soll um 18.30 Uhr am Sonnenplatz im Dortmunder Kreuzviertel beginnen und ist bis 20.30 Uhr angemeldet. Nach eigenen Angaben möchten die Nazis für ihre Partei werben, allerdings ist das studentisch-alternativ geprägte Kreuzviertel vermutlich nur wenig empfänglich für Nazipropaganda. Es ist daher davon auszugehen, dass der Aufmarsch eher zum Ziel hat, ungestört in einer „linken Hochburg“ demonstrieren zu können. Die Anreise der Nazis wird mit der S-Bahn Linie S4 zur Haltestelle „Dortmund-Möllerbrücke“ erfolgen.

Aktionen gegen den Aufmarsch

Da am selben Abend ein Fußballspiel mit der Beteiligung des BVB stattfindet, werden im Kreuzviertel aufgrund der hohen Kneipendichte viele Fußballfans unterwegs sein. Wir rufen daher dazu auf, schon vor 18.00 Uhr im Kreuviertel die zahlreichen Kneipen und Cafés zu besuchen, um sich von da aus ab 18.00 Uhr in Richtung Sonnenplatz zu bewegen, um so den Naziaufmarsch stoppen zu können. Kleidet euch daher am besten unauffällig. Von der Innenstadt aus fahren die U-Bahn Linien 42 (Ri. Hombruch) und 46 (Ri. Westfalenhallen) ins Kreuzviertel. Als weitere Anlaufstellen im Vorfeld können der Westpark sowie die Supermärkte Edeka und REWE dienen, welche beide unmittelbar am Sonnenplatz liegen. Viele Cafés und Kneipen befinden sich auf der Lindemannstraße und der Arneckestraße. Versucht in jedem Fall, euch südlich der Bahnlinie aufzuhalten, da diese sonst leicht von der Polizei als natürliche Trennungslinie genutzt werden kann. Passt bei der Anreise auf euch auf und bleibt am besten in Gruppen zusammen.

Am selben Abend wird ab 19.00 Uhr zudem noch ein Antifa-Konzert im Dietrich-Keuning-Haus (Leopoldstraße 50-58, U-Bahn Haltstelle Leopoldstraße) stattfinden . Hier wird es dann noch die Möglichkeit geben, sich mit Essen zu stärken und letzte Informationen zu dem Naziaufmarsch am 1. Mai zu bekommen.

Infrastruktur

Um am 30.04 und auch am 01.05 auf dem aktuellen Stand zu sein, wird es einen Ticker geben, welchen ihr regelmäßig mit euren Handys abrufen könnt. Dieser ist erreichbar unter:

twitter.com/alerta_do und
ticker.nadir.org (Nur mit wap-fähigem Handy abzurufen)

Eine EA-Nummer werden wir in Kürze veröffentlichen.

Zur besseren Orientierung stellen wir noch eine Karte für den 30.04 zur Verfügung, in der die wichtigsten Punkte markiert sind:

Karte als .jpg

Karte als .pdf zum Ausdrucken

Naziaufmarsch am 30.04 und Infoveranstaltung

Wie gestern bekannt wurde, kündigen die Nazis an, bereits am Dienstag, den 30.04 eine Demonstration abhalten zu wollen. Diese soll im Dortmunder Kreuzviertel am Sonnenplatz starten und zwischen 18.30 und 20.30 stattfinden.
Aufgrund des Champions-League Halbfinalspiels des BVB ist allerdings damit zu rechnen, dass das kneipenreiche Kreuzviertel ebenso voll mit Fussballfans sein wird.

Wir werden in Kürze über Gegenaktivitäten informieren. Das Antifa-Konzert im Dietrich-Keunig-Haus wird aber auf jeden Fall stattfinden!

Außerdem findet am 28.04 in Dortmund noch eine Infoveranstaltung über die Nazipartei „Die Rechte“ statt, in deren Rahmen es auch noch Informationen zu den Aktionen gegen die Naziaufmärsche geben wird.

„Die regionale Neonazi-Szene nach den Kameradschaftsverboten – ein aktueller Überblick“

Im August 2012 verbot das Ministerium für Inneres und Kommunales die Neonazi-Gruppen „Kameradschaft Hamm“, „Nationaler Widerstand Dortmund“ und „Kameradschaft Aachener Land“. Die Polizei ging gegen drei der aktivsten Neonazi-Kameradschaften vor und beschlagnahmte Propaganda-Material, Waffen sowie Infrastruktur. Die Neonazis durften ihre Aktivitäten nicht länger fortführen.

Doch die Szene reagierte zügig und schuf sich mit der Gründung eines Landes- und diverser Kreisverbände der Partei „Die Rechte“ bereits einen Monat später eine Ersatzorganisation. Die Neonazis hoffen, dass sie der Parteienstatus vor einem erneuten Verbot schützt und sie ungestört ihre Aktivitäten fortsetzen können. Mit einer gewissen Dreistigkeit machen sie weiter, als wären die Verbote nicht erlassen worden.

Seit dem Frühjahr 2013 tritt „Die Rechte“ mit kleineren Kundgebungen und Demonstrationen öffentlich in Aktion. Nun soll mit einer Demonstration am 1. Mai in Dortmund die erste größere Aktion seit der Reorganisation stattfinden. Seit Wochen rühren die Dortmunder Neonazis um Dennis Giemsch und Michael Brück auch über NRW hinaus für den Event. Wie auch beim Aufmarsch am 1. Mai 2007 rufen antifaschistische Gruppen dazu auf, den Nazis entschlossenen Widerstand entgegen zu setzen.

Der Vortrag bietet einen Überblick über die Strukturen und Netzwerke der Neonazis in NRW und nimmt eine Einordnung der Partei „Die Rechte“ und ihrer aktuellen Aktionsfelder vor. Zudem gibt es Informationen zu den antifaschistischen Demonstrationen und Aktionen am 1. Mai in Dortmund.

Der Vortrag beginnt um 19:00 Uhr im Taranta Babu, Humboldtstraße 44, 44137 Dortmund.

Disclaimer
Personen, die der rechten Szene zugehören oder mit ihr sympathisieren oder in der Vergangenheit bereits durch rassistische und antisemitische Äußerungen aufgefallen sind, ist die Teilnahme an den Veranstaltungen untersagt.